Tag 3

Leon zum Aufbruch zu bewegen, dauerte. So war es erst Mittag als wir endlich losfuhren. Der R1 war nicht zu finden oder führte durch den Wald... wir haben die Bundesstraße genommen und etwas „Werbung“ in Sachen TTIP verbreitet. Einmal Hupen mit Daumen hoch fingen wir uns ein.

Eine Rast am Rathaus brachte uns wieder Kraft.
Leider habe ich irgendwo den Napf von Onyx verloren, das stellte ich bereits heute morgen fest. Nun muss Onyx aus einem winzigen Becher trinken. Gut, dass ich drei mitgenommen habe!

 

Bei dem Versuch, Bad Belzig zu verlassen, stieß ich auf einen für mich scheinbar unüberwindbaren Hügel, der recht steil nach oben ging. Leon schlief im Hänger und es ging einfach nicht. Ich konnte diesen Berg nicht hoch schaffen, drehte wieder um und fuhr zum Bahnhof. Zum Glück wusste ich aus der Touristen-Info aus Bad Belzig, dass der Zug von dort nach Dessau fährt. 20,30€ kostete die halbe Stunde Fahrt für mich, das Rad und den Hund und kontrolliert hat keiner. Mist ;) Leon hat die Fahrt fast komplett verschlafen, kurz vor unserem Ziel wachte er aber auf. Dann ging es zweimal mit dem Fahrstuhl runter und zweimal hoch.

 

Nun war der Weg wieder recht eben und wir kamen recht gut voran. Nur ging es schon auf den Abend zu. Bei der nächsten Gelegenheit kochte ich uns unter Mückenbelagerung etwas zu Essen, fütterte Onyx und dann suchten wir ein möglichst mückenfreies Plätzchen. Wir fanden eins und kurz nach der Ankunft und als ich schon begonnen hatte die ganzen Zapfen vom Lager zu entfernen, fanden sie uns. Leon drehte auf, ich drehte durch. Statt ein bisschen im Wald zu toben, tobte er über die Matratze und das Zelt hinweg und ich tobte immer mehr weil ich fertig werden wollte, wollte von den Mücken weg, wollte zur Ruhe kommen und schlafen. Dieser Part der Radreise ist wirklich mit einer der schlimmsten innerhalb der Gruppe. Man selbst schuftet den ganzen Tag, bringt alle von A nach B und das Kleinkind sitzt im Sitz oder im Hänger und dreht dann auf, wenn es ans zur Ruhe kommen geht. Nur leider eben da, wo es doof ist, wo das Zelt kaputt gehen kann, wo es sein kann, dass Mücken ins Zelt kommen und dann hab ICH wieder keinen guten Schlaf. Dafür hab ich dann recht gut geschlafen, nur Onyx nicht, der schief schon in Bad Belzig und schien wach zu sein. Mal schauen, wann er sich daran gewöhnt, dass die Nacht zum Schlafen gedacht ist, zum Ausruhen und Kraft tanken... Leider war das Zelt recht warm, ich konnte es aber auch nicht aufmachen, wegen der Mücken, und so hechelte er und hechelte, ihm war einfach warm! Dann hatte er noch Zecken, die ihn störten.

Aber trotz der ganzen Störungen träumte ich mal wieder filmreif von einer jungen Frau, welche Hilferufe von einer anderen jungen Frau in Form von Etiketten auf Verpackungen bekam. Sie war von einer Zauberin gefangen worden und ersuchte Hilfe und Befreiung. Irgendwie gelang es ihr, zu ihr zu kommen und ich glaube eine gute Fee war da involviert, zu der Gefangenen zu kommen, und schlich sich als Gefangene ein. Dort waren viele Andere. Sie mussten Aufgaben erledigen und fristeten irgendwie ein komisches Dasein, es hatte was von Schule. Mehr weiß ich leider nicht mehr, aber es war sehr spannend ;) Besonders diese Führung durch die Verpackungen war schon lustig, auch bis die Retterin diese entdeckte dauerte einige Zeit.

 

Nun steh ich hier und schreibe vom letzten Tag und Leon schläft immer noch! Es ist schon fast halb zehn! Wer von uns hatte noch mal die ganze Arbeit?

Aber für ihn ist es auch nicht leicht. Nun hat er sich daran gewöhnt, dass eigentlich fast immer das zu Essen da ist, was er möchte, oder es wenigstens recht schnell besorgt werden kann und er liebt den Aufstrich Mango-Curry oder auch von ihm schlicht „Gelb“ genannt. Wenn er Brot essen möchte, will er Gelb dazu, sonst mag er es nicht. Das doofe ist nur, dass diese Aufstriche ungekühlt sehr schnell schlecht werden und kühlen kann ich nicht. Es wird eher sehr warm! Gelb müsste dann also innerhalb eines Tages gegessen werden und dann ist wieder nichts mehr da. Na mal schauen wie es weiter geht.

 

Immerhin haben wir nur noch etwa 190 km vor uns, in Bad Belzig waren es noch 230, so jedenfalls die Aussage der Fahrrad-App, wenn sie mir auch komisch erscheint.

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