Tag 10

Es regnete am Morgen noch immer. Die Wetter-App verriet, dass zwischen 8 und 10 Uhr mal eine Regenpause wäre und ich wollte in der Zeit ganz schnell abbauen. Leon machte prima mit. Über Nacht zog in den Hänger eine Großfamilie Ohrenkneifer ein. Die musste ich, damit sie weiter leben konnten, erstmal einzeln raus holen. Wir fuhren auf dem Feld-Gras-Weg entlang und immer wieder sah ich, dass dort Schafe waren. Ich freute mich, dass sie weg waren und fragte mich wie wir daran hätten vorbei kommen sollen und dann waren sie plötzlich doch da und wir mussten irgendwie dran vorbei... Also spannte ich den Hänger ab und brachte erst das Rad und dann den Hänger die etwa 200m an der abgezäunten Schafweide vorbei. Leon fand das ziemlich doof und ich irgendwie auch. Aber Hürden sind dazu da, genommen zu werden und tatsächlich ging der Hänger fast leichter als das Rad. Und weiter ging es den nun schwierigeren Weg entlang, denn hier war ja nicht mehr abgegrast. An einer Stelle brach der Weg ab und wieder hieß es abspannen und einzeln über den Wall bringen. Dahinter waren Seen und bei der erstbesten Gelegenheit hüpfte ich in den See. Kalt und angenehm war er.

 

Es ging weiter und es wurde schlammig, hatte ja ordentlich geregnet.

 

Wir kamen an einer Sandgrube vorbei und gelangten auf den Radweg! Na super. Warum nur sind ab und zu die Schilder weg und irgendwann nach Durchfahren von Schafherden findet man sie dann mal wieder? Wenigstens konnte ich auf diese Art und Weise baden und ich glaube das alleine hatte sich schon gelohnt.

 

Eine Mama mit zwei Kindern fragte ich nach einem Bäcker, denn Leon wollte gerne ein Brötchen haben. Sie empfahl uns den "tegut" im nächsten Ort Herbsleben und wir quatschten noch ein bisschen. Als es weiter ging, war ziemlich schnell Onyx weg und kam nicht, trotz Rufen und Pfeifen. Und ich hatte keine Ahnung wo er war und warum er weg war. Erst ging ich ein Stück zurück um zu schauen, dann holte ich das Rad und Leon und wir warteten da, wo ich meinte ihn verloren zu haben. Nun frühstückte ich erstmal, denn ich hatte bisher kaum etwas gegessen und war hungrig, es war auch schon recht spät geworden. Als Onyx immer noch nicht zurück war, fuhren wir noch etwas weiter zurück und da war er dann auch. Ein Mann stand am Ende einer Allee und schickte ihn weg und er kam zu uns. Ich wollte mich bedanken und fuhr zu dem Mann und fragte wo Onyx denn war. Ziemlich barsch und unzufrieden bekam ich zur Antwort, dass der Hund die ganze Zeit hier war und die Leute erschreckt hätte und ich solle ihn doch bitte wieder mitnehmen. Nun, das hatte ich ja vor. Nun ging es wieder voran. Das Gemeine nur war, dass ich mich zuvor schon durch ziemlich starken Wind durchkämpfen musste und nun musste ich das erneut. So ist das manchmal. Warum Onyx weg war, weiß ich nicht. Gefressen hatte er jedenfalls nichts.

 

Bei "tegut" haben wir erstmal was eingekauft und Brötchen gegessen. Hier war eine Verkäuferin von Barfußlaufen recht begeistert und fragte auch was wir machen, eine andere, vielleicht die Cheffin, sagte recht barsch dass wir nicht barfuß laufen dürfen. Als ich fragte warum war ihre Antwort, dass eventuell Scherben herum liegen können. Ich sagte, dass ich gut auf mich selbst aufpassen kann und bedankte mich bei ihr. Dann fuhren wir weiter den Unstrut-Radweg entlang, allerdings nicht direkt an der Unstrut, denn dort wurde mir auch ein Wiesenweg angekündigt. Unser Weg war allerdings ein ziemliches Auf und Ab und das bei Wind. Zwischen Großvarluga und Nägelstedt fuhren wir in einem Tal, welches Naturschutzgebiet ist. Hier war es wirklich wunderschön, aber auch sehr windig. Leon fuhr die meiste Zeit im Hänger mit oder lief. Im Hänger störte ihn der Wind wenigstens nicht. Er war zwar müde, schlief aber nicht. Besonders wenn es stark bergauf ging, bat ich ihn, zu laufen und mir so zu helfen und das ging ziemlich gut. Kurz regnete es auch mal aber sonst hielt sich das Wetter recht gut. Bis auf den Wind! Der war wirklich heftig teilweise.

 

An einem Rastplatz hielten wir und ich kochte uns die Bohnen. Ich hatte nun doch auch mal Hunger.

 

Danach schlief Leon dann im Hänger ein, was auch wirklich Zeit wurde. Nun musste ich in Nägelstädt allerdings den schlafenden Leon mit dem Hänger einen Berg hochschieben. Ein Mann meinte dazu, dass man das auch wirklich wollen muss. Ja, natürlich! Wenn man etwas nicht möchte, sollte man es einfach lassen, oder?

 

Nun ging es endlich nach Bad Langensalza. Die Strecke zog sich hin, denn der Wind dominierte stark an diesem Tag und alles war schwer zu fahren. Selbst bergab hatte ich Mühe und beinahe die Befürchtung, wieder rückwärts den Berg hoch geschoben zu werden. Bergauf war der Wind gar nicht so stark, zum Glück. Aber immer noch stark genug!

 

In Bad Langensalza musste ich mich erst zurecht finden, denn auch hier war plötzlich die Ausschilderung für den Radweg weg. Zum Glück gab es die Touristen-Information. Hier wurde mir geraten, den Weg zum Baumkronenpfad zu nehmen. Wieder bergauf! Vorher hatte ich aber zum Glück noch ein sehr nettes Gespräch mit Anja. Sowas baut dann doch immer auf. Leon schlief weiter.

 

Bergauf gegen Wind. Irgendwann wollen die Beine nicht mehr, aber sie müssen. Immerhin wartet dann auch das Bergab auf der anderen Seite. Ich entschloss mich doch, nach Schönstedt abzubiegen. Und es war ein reines Auf und Ab. Bei einem Ab wurde Leon wach und konnte nun wieder die Hügel selbst hoch laufen. Runter ging es ja etwas schneller. Und wieder rauf und wieder runter. Das Ziel kam zwar stetig näher, dennoch wurde die Erschöpfung immer größer. Ein Stück an der Straße entlang, dann wieder einen landwirtschaftlichen Weg entlang, wieder Auf und Ab... Das letzte Auf war ein heftiges. Aber dann hatten wir es tatsächlich geschafft und Mülverstedt erreicht. Das Ziel zu finden, war noch etwas komplizierter und bedurfte ein paar Nachfragen bei Dorfbewohnern, aber dann waren wir endlich da! Zwar einen Tag früher, aber ich war wirklich froh!!!

 

Hier können wir nun ein paar Tage verschnaufen und Kraft schöpfen bis es dann Richtung Dillenburg geht.

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