Tag 28

Wieder einmal war der Abbau des Zeltes ein Problem. Ich glaube für Leon ist diese Reise wirklich sehr anstrengend, auch wenn er schöne Momente hat. Allerdings war heute auch aus uns Allen die Luft raus. Onyx hechelte schon zu Beginn und ich hechelte quasi auch nur, bergauf. Bergrunter teilweise auch, wegen des Windes.

 

Erst fuhren wir direkt nach Lütjenburg um Leons Jacke abzuholen. Dort angekommen fing es an zu regnen. Leider war Nina nicht da. So saßen wir draußen unter dem Dach und warteten ab bis es wieder halbwegs schön war. Auf der Suche nach einer Postbank mit Automaten (die wurde mir am Zeltplatz quasi versprochen) landeten wir bei Famila mit Mini-Postfiliale und Volks-Bank-Automat. Bei der Post sagten sie mir, dass es in Lütjenburg keine Möglichkeit gibt, kostenfrei via Cashgroup Geld abzuheben. Einzige Möglichkeit wäre bei Famila für 20€ einzukaufen und dann dort kostenfrei Geld auszahlen zu lassen. Eigentlich wollte ich nur Bananen kaufen... Nun, so wurde mein Gepäck noch etwas mehr. Dort verbrachten wir einige Zeit, denn es regnete, oh großes Wunder, immer wieder und Leon fuhr mit der Feuerwehr. Eine Oma spendierte (leider) zwei Fahrten für Leon und ihre Enkelin und natürlich wollte Leon immer noch mehr. Aber wir konnten dann fahren. Durch das Wirrwar der Innenstadt Lütjenburg versuchte ich, zu „unserer“ Straße wieder zurück ans Meer zu kommen, landete aber wieder da, wo wir schon mal waren, da wo es zu Nina ging. Es tröpfelte und es sah ziemlich heftig aus! Wir fuhren ein zweites Mal den Berg zu Nina hoch und diesmal war sie auch da. Wir verbrachten ein ordentliches Gewitterchen bei ihr und tranken etwas Tee und quatschten. Sie bot uns auch an, zu bleiben. Jedoch wollte Leon nicht und die Hunde vertrugen sich nicht. Das war mir unangenehm und so fuhren wir wieder. Zudem bin ich froh um jeden Kilometer, den wir schaffen.

 

Ab und zu regnete es noch, aber wir kamen bis nach Hohwacht. Hier war eine Steilküste, aber ein Weg führte unten entlang. Gern wäre ich am Wasser gefahren und es kam auch eine Rampe, aber irgendwas schreckte mich ab. Ein falsch verstandenes Schild, glaube ich, war es. So fuhren wir den Sandweg oben weiter und wir kamen immer höher bis zu einem Aussichtspunkt. Hier sah ich auch, was mich abgehalten hatte: unten gab es keinen Weg mehr, nur noch Strand. Nie und nimmer hätte ich das wieder hochfahren können oder wollen. Daher: Einfach mal den Eingebungen folgen.

 

Durch ein Naturschutzgebiet und Weidefläche von schottischen Hochlandrindern ging es weiter. Der Weg war matschig und mit Pfützen versetzt, aber es ging ganz gut zu fahren. Beim Übergang für die Rinder von Weide zu Weide mussten wir zwei kleine „Hügel“ hoch. Ich hatte schon Bedenken, dass der Hänger nicht durchpasst, aber er passte durch. Etwas später mussten wir über ein Flüsschen drüber. Hier war es zwar breit, aber rutschig und recht hoch und lang. Mit gesammelter Kraft schaffte ich es hoch. Leon war schon drüber gelaufen und quasi verschwunden, während ich mit einer Freundin, die mich angerufen hatte, telefonierte. Als ich es hoch geschafft hatte, kam er angerannt und fragte wo ich denn war.  Runter war es etwas leichter, aber ähnlich schwierig, denn ich musste den Schwung vom Hänger abbremsen.

 

Leon wollte eigentlich wild campen und nicht auf den Campingplatz gehen. Ich hätte allerdings nicht gewusst wohin wir hätten gehen sollen, also nahm ich den Campingplatz. Nur leider war dieser nicht ganz so schön. Unten, wo wir rein kamen, war der Spielplatz. Leon wollte da rauf. Ich suchte die Rezeption und den Platzwart, der wirklich lange brauchte mit allem. Als ich zurück kam, war lange Zeit vergangen und Leon weinte! Er hatte mich gesucht und ich war nicht da. Leute meinten, dass er schon lange geweint hätte. Arme Maus. Nun war erstmal in den Arm nehmen, Mucie-Trinken und Kuscheln angesagt, bevor wir zu unserem Platz gehen konnten. Ich denke, dass er so was geahnt hatte und deshalb nicht zum Campingplatz wollte. Zudem war das Restaurant zum Campingplatz erst durch einen ordentlichen Fußmarsch zu erreichen und auch das Waschhaus mit den Toiletten war von unserem, dem Stellplatz für die Tagesgäste, recht weit weg. Büsche oder so, zum mal eben Pipi machen, gab es auch nicht. Es war für mich daher eine ziemliche Herausforderung. Ebenso das Kochen. Denn es regnete ständig und immer wieder. Schnell baute ich in einer Pause das Zelt auf, warf Matratze, Laken, Decke und Tasche mit Klamotten in das Innenzelt damit es trocken blieb, und machte das Innenzelt vorne oben ab. So hatten wir eine Art kleines Dach. Darunter konnte ich kochen, mit dem netten Nebeneffekt, dass uns warm wurde.

 

Vorher allerdings hatte es Leon mit seiner Ungeduld geschafft, sich komplett mit Schokocreme zu beschmieren. Ich hatte ihm noch keinen Löffel geben können, denn das Zelt sollte schnell stehen. Also nahm er eben die Hand und die war dann quasi schokoliert, ebenso seine Schnute. Glücklicherweise hatte er seine Regenjacke noch an, so war alles halb so wild. Theater gab es von seiner Seite nur beim Abwaschen. Er WOLLTE das Abwaschen, weshalb wir zum Wasserhahn gingen. Aber dann wirklich abwaschen an der zweiten Hand und im Gesicht war doof, da gab es ordentlich Geschrei. Wir sind nach dem Essen auch recht bald ins Bett gegangen und haben vorher noch alles aufgebaut (es gab gerade mal eine trockene Phase) und ich musste nicht alles auf engstem Raum machen. Aber aufpumpen wollte ich im Zelt. Leon wollte auf der Matratze toben, was dabei ziemlich doof ist. Die Nachbarn waren da und die hatten kleine Kinder, aber scheinbar wollten sie nicht mit Leon spielen, denn er kam weinend wieder und sagte, dass sie ihn nicht wollten. Alles doof heute. Dafür las ich ihm noch „Kasimir pflanzt weiße Bohnen“ vor und dann schliefen wir auch bald ein.

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