Tag 29

Nachts regnete es noch oft. Und dann kam der Wind, oder besser Sturm, der machte das Zelt schnell wieder trocken. Für uns zum Glück, kam der Wind aus der richtigen Richtung, nämlich endlich mal von HINTEN und nicht von vorne! Wäre er von vorne gekommen, hätten wir länger bleiben müssen. Das hätte ich niemals geschafft. Aber so, kein Problem!

 

Nun habe ich ja schon diverse Campingplätze gesehen und mir fallen immer mehr diese Dauercamper mit ihren festgestellten fahrbaren Untersätzen auf. Sie haben kleine „Minigärten“ doch so richtig Platz haben sie nicht. Geballt neben diversen anderen Campern und eingepfercht zwischen Hecken geht der ursprüngliche Gedanke eines Campingplatzes fast verloren. Doch so ein Campingplatz scheint fast nur von diesen Dauercampern zu leben, denn die zahlen, selbst wenn sie nicht da sind. Jedoch, was diese Dauercamper davon haben, weiß ich nicht so ganz. Freiheit ist jedenfalls etwas anderes.

 

Unsere Fahrt war heute mal richtig toll! Dieser Rückenwind war Klasse, da merkt man kaum, wenn er denn richtig weht, dass es bergauf geht und bergab geht es richtig schnell. Nur Onyx hat mehr zu tun, denn ich bin schneller.

In Weißenhaus machten wir Rast beim Campingplatz und aßen erstmal etwas zum Mittag. Dieser Campingplatz sah wirklich sehr einladend aus und wenn es nicht so tolles Wetter gewesen wäre, hätten wir da sicherlich ein bis zwei Nächte verbringen können, denn für Kinderbespaßung war ausgiebig gesorgt mit Trampolin und Schaukeltieren.

 

Aber ich wollte den Rückenwind nutzen und weiter. Kurz vor Oldenburg wurde Leon müde und wollte Mucie. An einem Straßengraben setzte ich mich mit ihm hin und bekam ihn, als er fast schlief, kaum in den Hänger. Das Fahrrad war durch den Wind umgefallen, aber es war nichts passiert. In Oldenburg wurden die Vorräte, besonders Futter für Onyx und Abendessen für uns, besorgt. Hier fand ich sogar den Bioladen mal, bevor ich den Edeka entdeckt hatte, na ja, fast, erst sah ich den Edeka und DANN den Bioladen, aber ich war noch nicht bei Edeka... Der Bioladen war recht klein und sehr teuer. Aber immerhin gab es den Smoothie „Schokoschnute“ von Voelkel, den Leon ja so liebt. Bei Edeka waren wir dann doch noch und hier war auch gerade ein Pärchen auf Radtour. Sein Rad war an den Seiten mit einem Gestell bestückt und darauf waren 5 Rack-Packs verstaut. Und ich dachte schon ich hätte für uns viel Gepäck dabei... Sie hat mich dann wiedererkannt. Wir waren im gleichen Zug von Göttingen nach Hannover bzw. Hamburg. Weiter ging es übers Land wieder zur Ostsee. Den Schlenker nach Fehmarn wollte ich nicht machen.

 

Die Zeltplatzpreise werden irgendwie immer teurer und unverschämter. Der FKK-Zeltplatz in Rosenfelde war schon teuer, aber ein Stückchen weiter den Dünenweg entlang gefahren, an Schafen vorbei, kam ein 5-Sterne-Zeltplatz mit dem unverschämten Preis von 15€ für einen normalen Stellplatz ohne „Personen-“ und Hunde-Preise. Leon wollte da unbedingt hin, aber das ging einfach nicht. Also fuhr ich weiter und quasi direkt nach diesem Zeltplatz kam ein Jugendcamp. Hier wollte ich fragen, ob wir eine Nacht bleiben können, aber niemand war zu sehen. Ich rief die angegebene Nummer an, aber niemand ging ran. Wir aßen erstmal vorne. Und hier schaffte es Leon zu stolpern und sich den zweiten Zeh aufzureißen, bzw. war nun auch da die Haut ab. Ich habe keine Ahnung wie er das schafft und wie schlimm ein Zeh gebaut sein muss, um das regelmäßig zu schaffen! Niemand kam, das Camp gehört zu einem hessischen Dorf, die Zelte waren leer, alles, bis auf das große Tor am Eingang, war verschlossen. Also nahm ich alles mit in ein Zelt, legte uns 4 Isomatten auf den Boden und machte das Bett so fertig, dass wir schnell wieder am Morgen verschwinden konnten. Allerdings ließ mich jede Stimme, jedes Auto, jedes Geräusch, aufschrecken. Leon war natürlich auch nicht leise, sondern eher laut... Ich hoffte einfach, es würde keiner kommen! Hessen hat immerhin noch keine Ferien und es ist mitten in der Woche. Wer soll da schon kommen?

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