Tag 34

Nachts gewitterte es heftig. Jedoch war das nicht das Spannendste. Sehr spannend war eine Wolke. Ich nahm sie im Zelt wahr, denn es blitzte draußen ziemlich oft. Doch es gab keinen oder nur ganz leisen Donner und auch keinen Regen.
Ich ging raus, dachte ein Gewitter bräche aus und wollte noch ein bisschen die Dinge draußen sichern. Doch da war nur eine große Wolke. Aus ihr blitzte es ununterbrochen an diverse Stellen und beinahe in rhythmischen Abständen. Es war fast wie Morse. Schnell zuckten drei Blitze hintereinander, dann eine kurze Pause und dann wieder drei oder zwei oder vier Blitze hintereinander. Und das immer und immer wieder. Dazu ein kleines Grollen aber mehr nicht. Es war fast gruselig, erschreckend und atemberaubend schön zugleich.
Solch eine Wolke hatte ich bereits vor einigen Jahren bei uns zu Hause gesehen. Sie flog in einigem Abstand an unserem Haus vorbei und die Blitze waren sogar bunt: blaue, gelbe, rote violette und grüne Blitze kamen aus dem Inneren der Wolke und sie gab keinen Ton von sich. Sie flog da nur einfach entlang, als wäre das komplett normal. Damals waren ich und meine Mama uns sehr sicher, dass das nicht ganz irdisch sein kann. So erschien die Wolke letzter Nacht mir wieder, nur, dass sie wesentlich größer und weitläufiger war.
Etwas später kam dann auch ein „richtiges“ Gewitter mit Blitzen, Donnern und heftigem Regen. Aber auch diese Blitze waren nicht ganz normal, es waren mehr als für ein Gewitter üblich. Der Regen kam mir sicherlich heftiger vor, als er wirklich war. Aber irgendwie hatte alles zusammen einen sehr seltsamen Eindruck auf mich.
Meine Entscheidung, die Reise zu beenden, verfestigte sich immer mehr. Was, wenn noch heftigere Gewitter kommen? Was, wenn es keine richtigen Gewitter sind? Ich glaube die Phantasie ging mit mir durch!

Der Tag war jedenfalls unspektakulär. Leon hatte alles verschlafen und schlief noch ziemlich lange. Das Zelt musste trocknen und alles irgendwie wieder eingepackt werden, denn wir wollten weiter. Natürlich wollte Leon auch noch mal zu Felix. Die Familie frühstückte noch.
Unsere Nachbarfamilie vom letzten Abend hatte kein Frühstück dabei und sie fuhren früher ab um irgendwo etwas frühstücken zu können. Da sie in die andere Richtung fuhren, trennten sich unsere Wege also an Ort und Stelle.

Mein Versuch, die Freie Schule zu kontaktieren, scheiterte. Doch ich wollte wenigstens dort vorbei schauen. Also machten wir uns auf den Weg und gingen in Haffkrug erstmal noch mal etwas einkaufen, um eventuell noch einen Tag irgendwo bleiben zu können oder auch Verpflegung für die Fahrt zu haben. Es gab einen kleinen Markt mit drei Bio-Ständen in Haffkrug und so kaufte ich etwas Obst und Gemüse dort ein. Auch ein paar Brötchen.
Leon spielte noch an dem Spielplatz mit anderen Kindern und großen Menschen. Es war etwas schwieriger ihn dort wegzubewegen, aber es ging. Denn wir wollten ja noch mal an den Hundestrand! Dort angekommen spielte Onyx wieder wie verrückt, Leon und ich gingen ins Wasser, wir quatschten ein wenig mit Anderen und ein Mann meinte es mit Onyx ein wenig zu gut. Er warf den Ball so weit hinaus, dass Onyx es nicht mitbekam und den Ball nicht mehr fand. Leider ging die Strömung gerade zum Meer und ich hoffe sehr, dass der Ball wieder irgendwo an Land gespült wird oder bereits wurde! Wie schrecklich der Gedanke, dass da ein Tennisball auf dem Meer umherschwirrt und dazu beiträgt, dass noch mehr Plastik den Ozean verdreckt und vielleicht sogar gefressen wird.
Sehr lange blieben wir nicht. Aber der Weg nach Pönitz war nicht so schwierig und auch nicht so lang. Eine Abfahrt hatte ich verpasst und so mussten wir quasi einmal um den Ort herumfahren. Hierbei sah ich, dass es sogar einen Bahnhof im Ort gibt.
Leider fand sich unter der angegebenen Adresse keine Schule. Eine Schule gab es zwar schon, die sah aber nicht wirklich frei sondern sehr normal aus mit riesigen Rucksäcken der Kinder... Die Schulleitung erreichte ich immer noch nicht, auch meine Freundin, die mir die Schule empfohlen hatte, nicht.
Daher beschloss ich kurz und schmerzlos, zum Bahnhof zu fahren, das Ticket zu kaufen und nach Berlin zu fahren. Als erstes kaufte ich auch schnell das Ticket. Es warteten Menschen auf dem Bahnsteig und wer weiß da schon, wann der Zug fährt? Als ich das Ticket in der Hand hatte ertönte eine Durchsage, dass der Zug, der planmäßig um 13:08 Uhr abfahren sollte, 5 Minuten Verspätung hätte. Es war 13:07 Uhr. Glück gehabt! Also schnell das Gespann trennen. Leon, der Kaka machen musste, vertrösten, weil der Zug gleich kommt. Onyx spielte gerade mit einem Bahnangestellten, der auch auf den Zug wartete.
Dann kam der Zug. Wir stiegen vorne ein. Hinten sah ich irgendwie kein Zeichen für Fahrräder. Aber vorne war es schon eng. Irgendwie passte alles rein.
Ein Mann musste sein Fahrrad mal eben hin und her schieben. Wie ich etwas später sah, war er Polizist. Er sprach mich auf mein TTIP-Banner an und wir sprachen darüber. Er fand es ziemlich heftig, dass so wenige darüber wissen und auch bei den Politikern so wenig Interesse da zu sein scheint. Ich empfahl ihm das Buch „2020 – die neue Erde“ und er wollte es lesen.

 

In Lübeck mussten wir erstmal raus. Der Zugführer half mir, das Rad zum Fahrstuhl zu fahren und dieser war mal wieder groß genug für uns alle. Oben angekommen ließ ich mir zunächst eine Zugverbindung geben. Gegen 19 Uhr sollten wir schon zu Hause sein. Irgendwie hatte ich mit mehr Zeit gerechnet. Fast eine Stunde hatten wir allerdings Umsteigezeit in _____ und die war auch nötig, denn es gab keinen Fahrstuhl und wir mussten den Bahnsteig wechseln. Aber auch diesmal hatte ich Hilfe und so ging alles ziemlich schnell.

 

Im nächsten Zug konnten wir 3 Stunden bleiben und Leon schlief sehr schnell ein.
Und dann waren wir wieder in Berlin. Wir fuhren bis Ostbahnhof und stiegen dort in die S-Bahn nach Wartenberg um.  Der Bahnhof Wartenberg ist praktisch, da es dort Schrägen gibt und es somit recht leicht ist runter und wieder hoch zu kommen. Als ich dann das Gespann wieder zusammengebracht hatte, kam Mama an und holte uns ab. Leon fragte sie „Wo warst du?“ 


Und schon waren wir quasi wieder zu Hause.
Onyx badete noch einmal im Malchower See.


Ein Papa mit zwei Kindern kam auch zu der Stelle am See. Onyx fraß schon Toastbrot, welches in den See geworfen wurde, aber nicht mehr gefressen werden konnte, da die Enten sicherlich pappsatt waren. Nun hatte diese Familie ebenfalls Brötchen um Enten zu füttern dabei. Wir sagten, dass es nicht gut sei und außerdem die Enten ja schon satt wären, da läge massenhaft Brot im See. Zudem ist Brot nicht gut für den See, denn er wird dadurch sauer und kann umkippen. Die Antwort des Mannes beweist eines: Fernsehen macht doof. Denn er antwortete, dass er viele Dokus schaut und so etwas noch nie gesagt wurde, weshalb das falsch sein muss. Er bedankte sich für unsere Infos, aber glaubte nichts.
Was mich etwas irritierte, war der Grund warum wir nun nach seiner Auffassung falsch informiert haben sollten. Weil die Info, die wichtig wäre, noch nicht zu der Zeit, zu der er ferngesehen hatte, erwähnt wurde und deshalb die Info von uns nicht zählte oder hatte man im Fernsehen gesagt, dass Enten mit Brot füttern OK ist und nicht schadet? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass Enten mit Brot füttern ungefähr so gesund und sinnvoll ist, wie das Füttern von Kühen mit Getreide. Es macht einfach krank und fett (was ja krank macht.)
Daher meine Bitte an die Leser: Wenn ihr euch und euren Kindern eine Freude machen wollt, dann schaut euch doch einfach mal an, wie Enten natürlicher Weise fressen. Das ist sehr viel spannender, als sie mit Brot zu füttern. Wirklich!

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